vl. saarl. Gesundheitsminister Dr. Magnus Jung, Selbsthilfe Nierenkrebs Saar Daniel Balzert, saarl. Ministerpräsidentin Anke Rehlinger, Sprektrum Dialyse Martin G. Müller, Chefarzt Nephrologie Westpfalzklinikum Kaiserslautern Prof. Urban Sester
Zum Gedenken an Daniel Balzert
Gründer und Seele der Selbsthilfe Nierenkrebs Saar
Dein Herz hat verbunden, dein Wirken bleibt.
Wir tragen dich weiter.
Daniel Balzert hat unsere Selbsthilfegruppe Selbsthilfe Nierenkrebs Saar im April 2022 aus eigener Betroffenheit heraus gegründet – mit dem Wunsch und dem Ziel, Menschen in dieser Situation nicht allein zu lassen und sie miteinander zu verbinden. Was daraus entstanden ist, war weit mehr als eine Selbsthilfegruppe: Es wurde ein Ort der Begegnung, des Zuhörens, des Verstehens und des Miteinanders.
Mit großem Herzen, Offenheit und persönlichem Einsatz hat Daniel die Gruppe aufgebaut und geprägt. Regelmäßige Online-Meetings und Treffen in Saarbrücken, der Austausch mit Fachleuten aus Medizin, Psychologie, Ernährung und Palliativversorgung – all das trug seine Handschrift. Vor allem aber trug die Gruppe seine Haltung: ehrlich, menschlich, zugewandt.
Daniel war immer da. Er rief an, fragte nach, erinnerte sich an Geburtstage. Er begleitete Mitglieder mit einfühlsamen Worten bis zum Schluss und stand mit ganzem Herzen hinter jedem Einzelnen. Auch über die Gruppe hinaus setzte er Zeichen – unter anderem für die Organspende und beim Projekt „Steine für Organspende“ im Saarland.
Im Juni 2025 übergab Daniel die Gruppenleitung an mich, Martin G. Müller. Das Vertrauen, das er mir und uns allen geschenkt hat, erfüllt mich mit Dankbarkeit und Verantwortung.
Am 23. Dezember 2025 hat Daniel seinen persönlichen Kampf im Kreise seiner Familie verloren.
Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie und allen, die ihm nahestanden. Wir wünschen ihnen in dieser schweren Zeit viel Kraft, Trost und Menschen an ihrer Seite, die tragen, wenn Worte fehlen.
Daniel war die Seele dieser Gruppe. Wir werden ihn sehr vermissen. Seine Spuren bleiben – in der Gemeinschaft, die er geschaffen hat, in den Menschen, die er gestärkt hat, und in der Art, wie wir diese Arbeit weiterführen werden: in seinem Sinne, mit Herz und Menschlichkeit.
Daniel, wir vergessen Dich nicht.
Du bleibst Teil von uns.
Martin G. Müller
im Namen der Mitglieder der Selbsthilfe Nierenkrebs Saar
Ein besonderer Moment in diesem Jahr war unser letztes Gruppentreffen der „Selbsthilfe Nierenkrebs Saar“ im Dezember, bei dem uns Frau Heike Scherer vom SAPV Care Team einen tiefen und zugleich beruhigenden Einblick in die spezialisierte ambulante Palliativversorgung gab. Viele von uns hatten ein klares Bild im Kopf: SAPV kommt erst, wenn „das letzte Stündlein geschlagen hat“. Doch dieser Abend hat dieses Bild grundlegend verändert.
Frau Scherer erklärte eindrucksvoll, dass SAPV viel früher ansetzt – nämlich dann, wenn Beschwerden wie Schmerzen, Atemnot, Erschöpfung oder Ängste unseren Alltag belasten. Sie zeigte, wie SAPV Patienten und Angehörige entlastet, wie eng mit Haus- und Fachärzten zusammengearbeitet wird und wie wichtig es ist, in schwierigen Phasen ein stabiles, verlässliches Netz um sich zu haben. Besonders beeindruckend war die Botschaft: Zuhause bleiben, solange es möglich ist – mit guter Versorgung, klaren Ansprechpartnern und echter Unterstützung rund um die Uhr.
Auch wurde deutlich, dass SAPV nicht nur medizinische, sondern auch psychosoziale Begleitung leistet. Gerade für Menschen ohne familiären Rückhalt ist das ein wertvoller Schutz und eine große Entlastung.
Dieser Vortrag hat vielen von uns die Angst genommen und neue Sicherheit gegeben – für uns selbst und für unsere Angehörigen.
